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Sebastian Ruf und Michael Dorn:Die heitere Orgel

Schlosskirche Orgel
Datum:
15. Mai 2026

Ein Konzert für vier Hände und Füße

Die Orgel einmal von ihrer heiteren Seite zu erleben, ist inzwischen für viele Konzertbesucher in Bayreuth zur liebgewordenen Tradition geworden. In diesem Jahr fand das Konzert in der Schlosskirche statt – und wer Kirchenmusikdirektor Michael Dorn und Regionalkantor Sebasian Ruf als Orgelduo in ganz unkonventioneller Art, nämlich vierhändig und vierfüßig erleben wollte, konnte auf der Empore auch einen direkten Blick auf das Spiel der beiden Organisten werfen. Und sich gleichzeitig darüber wundern, wie man sich auf den Manualen und dem Pedal ständig „in die Quere“ kam, ohne sich musikalisch gegenseitig zu behindern! Ein Umstand, der auch die näher am Geschehen sitzenden Kinder faszinierte!

Diesmal standen ausschließlich Werke von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Programm, mit dessen Musik oft „Heiterkeit“ assoziiert wird, weil sie so leichtfüßig daherkommt. Die beiden Ouvertüren zur „Hochzeit des Figaro“ und der „Zauberflöte“, das Adagio für Glasharmonika oder die „Fantasie in f-Moll“ für eine „Flötenuhr“ und natürlich „Eine kleine Nachtmusik“, um nur einige Werke zu nennen, erklangen durch geschickte Registrierung derart farbig, dass man ein ganzes Orchester zu hören meinte. Kein Wunder, dass die schier unendlichen Klangmöglichkeiten einer großen Orgel schon den kleinen „Wolferl“ auf seinen Reisen quer durch Europa begeisterten.

Das wird in den Anekdoten aus Mozarts Leben – von den ersten Schritten als Wunderkind bis hin zu den genialen Spielereien seiner späten Jahre - deutlich, die von Sprecherin Sarah Hofmann lebendig und fesselnd vorgetragen wurden und eine ideale Ergänzung zu dem
äußerst abwechslungsreichen musikalischen Programm bildeten Für Mozart war und blieb die Orgel die „Königin aller Instrumente“. Und es gab keine berühmte Orgel der damaligen Zeit, die er nicht spielte. Um so verwunderlicher ist es, dass Mozart kein einziges Werk eigens für Orgel komponiert hat.

Aber Sebastian Ruf und Michael Dorn trafen mit ihrem feurigen Spiel den Charakter der ausgewählten Stücke so gut, dass sie den Werken ganz neue Facetten entlockten und vergessen ließen, dass es keine für Orgel komponierten Werke waren, die da erklangen! Begeisterter Applaus von Goß und Klein am Ende eines abwechslungsreichen, heiteren Orgelkonzerts. Fortsetzung im nächsten Jahr dringend erwünscht!