Adventssingen mit den Chören der Schlosskirche

„Ich habe mich so richtig eingehüllt gefühlt von den Klängen der Chöre!“ Mit diesem Gefühl war diese Zuhörerin nicht allein, als die letzten Töne des Adventssingens am 3. Advent in der Schlosskirche verklungen waren.
Was sich Regionalkantor Sebastian Ruf ausgedacht hatte, nämlich in einer perfekten Choreographie Kinderchor, Mädchenchor, Schola Gregoriana und Chor der Schlosskirche adventliche Chorsätze und Lieder – einige im Wechsel mit der Gemeinde – singen zu lassen, ließ Groß und Klein, Singende und Hörende eintauchen in eine wahrhaft vorweihnachtliche Stimmung.
Mit dem wohl bekanntesten Adventslied „Macht hoch die Tür“ eröffnete der Schlosskirchenchor im Wechsel mit der Gemeinde von der Empore aus ein Programm, welches die Zuhörer auf eine stimmungsvolle Reise mit adventlicher Chormusik unterschiedlichster Epochen und Stile mitnahm.
So fühlte man sich 1000 Jahre zurückversetzt, als die wohlklingende Schola Gregoriana den Introitus aus den gregorianischen Gesängen zum Advent, das „Ad te levavi“ („Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele“) oder „Gaudete“ („Freuet euch!“) zum 3. Advent anstimmte. Danach war Christoph Krückl, der in gewohnt versierter Manier immer wieder den Chor- und Gemeindegesang begleitete, mit der Choralbearbeitung „Nun komm der Heiden Heiland“ von Johann Gottfried Walther zu hören, während sich der Schlosskirchenchor zum Altarraum begab, wo der Kinderchor mit großer Begeisterung seine ersten Lieder anstimmte. Mit „Advent ist ein Leuchten“ und „O Bethlehem, du kleine Stadt“ sangen sich die Kleinen im Nu in die Herzen des zahlreich erschienen Publikums.
Eindrucksvoll gelangen dem Schlosskirchenchor das berühmte „Maria durch ein Dornwald ging“, „Dixit Maria“ von Hans Leo Hassler, „Veni, veni, Emanuel“ von Zoltàn Kodàly und der romantische Satz von Harold Darke „In the Bleak Midwinter“, um nur einige zu nennen.
Einen vokalen Höhepunkt bildete der Auftritt des homogen und rein singenden Mädchenchors mit Sätzen wie „Es kommt ein Schiff, geladen“, „O magnum mysterium“ und „Sing a song of Advent“. Als die Mädchen schließlich mit Kerzen in den Händen in einer Prozession um den Kirchenraum das berühmte „Santa Lucia“ sangen, waren nicht wenige Zuhörer zu Tränen gerührt.
„Tochter Zion, freue dich“, gesungen von allen Mitwirkenden und der Gemeinde bildete den Abschluss des Adventssingens am „Gaudete“-Sonntag. Und freudig bewegt machten sich schließlich alle auf den Weg in die sternenklare Winternacht.