Adventskonzert mit dem Jungen Vokalensemble

Adventskonzert mit dem Jungen Vokalensemble
Adventskonzert mit dem Jungen Vokalensemble
Datum:
29. Nov. 2021

Ein verheißungsvoller Auftakt

Das diesjährige Adventskonzert in der Schlosskirche in Bayreuth wurde erstmals vom neugegründeten Jungen Vokalensemble der Schlosskirche gestaltet. Gekonnt und voll jugendlichem Feuer musizierten Chor und Orchester ein abwechslungsreiches und kontrastreiches Adventsprogramm. Eröffnet wurde der Abend mit festlichen Orgelklängen. Während Thorsten Rascher souverän und virtuos Bachs wunderbares Präludium in Es-Dur (BWV 552) auf der Schuke-Orgel der Schlosskirche spielte, zog der Chor mit Kerzen durch die dunkle Kirche ein. Direkt im Anschluss an den Schlussakkord folgte das berühmte Adventslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“.

Dieses hoffnungsvolle Kirchenlied, vom gesamten Chor jubilierend dargeboten, bildete einen symbolträchtigen Auftakt des Konzerts - schließlich lag die Gründung des Chores erst knapp zwei Monate zurück. Angefangen mit einigen wenigen Sänger*innen wuchs das Ensemble Woche für Woche immer weiter an und konnte nun glücklicherweise den allerersten öffentlichen Auftritt trotz aller widrigen Begleitumstände doch noch durchführen. So stand das Adventskonzert in diesem Jahr ganz im Sinne eines neuen Aufbruchs und eines hoffnungsvollen Neuanfangs. Passend zum Beginn des neuen Kirchenjahres erklang anschließend an diese feierliche Eröffnung das „Magnificat“ von Francesco Durante. Dieses frühbarocke Meisterwerk sprüht nur so vor Lebensfreude und passt auf ideale Art und Weise in die Schlosskirche, deren Patronin ja die Gottesmutter Maria ist. Die jugendliche Freude und Begeisterung des Chores für Durantes Vertonung des Lobgesangs Mariens war für alle im Publikum deutlich spürbar. Die virtuosen Koloraturen in den Chorstimmen wurden, unterstützt von einem furios aufspielenden Orchester, meisterhaft ausgeführt und scheinbar mühelos bewältigt. Die kontrastreiche Vertonung des Magnificats bot auch in den folgenden Sätzen Spannung und Abwechslung. Ein weiteres Highlight war das richtig innig vorgetragene Duett der beiden Chorsänger Johann Strauß und Tom Storbeck.

Die darauffolgenden Stücke boten einen bunten Querschnitt durch die europäische Chormusik. So erklangen Werke wie zum Beispiel „Adventi enek“ von Zoltan Kodaly, „O come o come Emmanuel“ von David Willcocks, „O magnum mysterium“ von Nicholas White oder „In the bleak midwinter“ von Harold Darke. Chor und Orchester gelang es unter der leidenschaftlichen Leitung von Regionalkantor Sebastian Ruf die verschiedenen Charakterwechsel innerhalb kürzester Zeit zu meistern und das Publikum somit auf eine musikalische Reise quer durch die Musikgeschichte mitzunehmen. Die Adventskantate „Auf, auf ihr Herzen seid bereit“ des lange in Vergessenheit geratenen Dresdner Kantors August Gottfried Homilius bildete ein weiteres Herzstück des Adventskonzertes. Anschließend an den schwungvoll vorgetragenen Eröffnungschor sang der Bariton Robert Eller ausdrucksstark und virtuos die Bass-Arie „Nun sinken die schwülstigen Höhen nieder“, ehe der Chor mit dem Schlusschoral die Kantate beschloss.

Ganz im Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs stand auch das Werk „Es wird ein Stern aufgehen“ aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorienfragment „Christus“. Die polyphonen Strukturen gestaltete der Chor transparent und textausdeutend. Den feierlichen Schlusspunkt des Adventskonzertes bildete das stimmgewaltig dargebotene „Tollite Hostias“ aus Saint-Saëns Weihnachtsoratorium. Insgesamt war es ein sehr rundes und schönes erstes Konzert mit dem Jungen Vokalensemble! Sowohl Publikum als auch Ausführende konnten am Ende des Konzertes beseelt und glücklich nach Hause gehen.

Die konsequente Einhaltung der 2G+-Regel, die 25%ige Auslastung der Plätze in der Schlosskirche und die FFP2-Maskenpflicht für das Publikum ermöglichten den Besuchern ein sicheres Konzerterlebnis. Das Auditorium dankte mit langanhaltendem Applaus allen Ausführenden.